Doch nicht the missing link?

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aus: FAZ.NET, 8. 4. 2010

….Was die meisten Verlautbarungen der an der Forschung beteiligten Institutionen verschweigen: Möglich sei auch, dass er ein enger Verwandter einer solchen Ahnenform ist, die noch einige Zeit neben den ersten Vertretern der Gattung Homo existiert habe. Also kein direkter Vorfahr des Menschen.

Faktisch ist die Zahl der Merkmale, die der Australopithecus sediba mit dem Homo teilt, nicht besonders groß. Vor allem das Becken und die kleinen Zähne zeigen eine moderne Tendenz. Den aufrechten Gang beherrschte dagegen schon der Australopithecus anamensis vor gut vier Millionen Jahren recht gut, und als der „Sediba“ lebte, gab es längst den Homo habilis, dessen älteste Relikte in die Zeit vor 2,3 Millionen Jahren weisen. Mit nur 420 Kubikzentimetern ist die Schädelkapazität der neuen Art sogar kleiner als die Schädelkapazität des Australopithecus africanus (480 Kubikzentimeter), der vor ihm die „Wiege der Menschheit“ beherrschte.

Viele Merkmale erinnern an Affen

Im Übrigen erinnern viele wesentliche Merkmale eher an Affen als an Menschen. Die Unterarmknochen sind affenähnlich lang, und die gebogenen Fingerknochen deuten mit ihren starken Ansatzstellen für die Sehnen der Beugemuskeln auf kräftige Kletterhände hin. Auch das Sprunggelenk und das Fersenbein sind für das Klettern vorteilhaft geformt. Die Skelette zeigen, wie Peter Schmid von der Universität Zürich einräumt, der an den Untersuchungen wesentlich beteiligt war, „eine Übergangsform eines Hominiden, der klein gewachsen ist und mehr in den Bäumen lebt, zu einem möglicherweise am Boden lebenden Zweibeiner, etwa dem Homo erectus“.

Kein Jahrhundertfund

An der Tatsache, dass fast jeder Paläoanthropologe einen eigenen Stammbaum für die Vorfahren des Menschen hat, ändert auch die neue Hominidenart nichts. So fragt man sich, warum der Fund gleich mit zwei Pressekonferenzen der Öffentlichkeit nahegebracht wird, als sei es ein Jahrhundertfund.

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~ von Panther Ray - April 9, 2010.

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