Gefühlte Sprache

aus: NZZ, 3. 12. 09

kus. · Dass visuelle Informationen beim Verstehen von Sprache wichtig sind, ist lange bekannt. Laut einer kürzlich publizierten Arbeit kann aber auch der Tastsinn das Hören beeinflussen.1

In den 1970er Jahren zeigten Forscher, dass eine Person, die mit der Silbe «ba» beschallt wird, aber jemanden «ga» sagen sieht, «da» versteht. Die Studie habe belegt, dass visuelle und auditive Wahrnehmung eng verknüpft seien, sagt Stephan Schmid vom Phonetischen Laboratorium der Universität Zürich. Sie gelte als Meilenstein der psychoakustischen Forschung; der Effekt lasse sich in jeder Sprache nachweisen. In der neuen Arbeit nun wurde Personen ein Luftstoss auf den Handrücken oder in die Grube unterhalb des Halses gepustet, während ihnen die Silben «pa», «ba», «ta» oder «da» vorgespielt wurden. Tatsächlich identifizierten die Probanden die aspirierten Silben «pa» und «ta», deren Bildung mit einem Luftstoss verbunden ist, so deutlich besser als ohne den Luftstoss. Zudem missidentifizierten sie «ba» und «da» häufiger. Dies sei interessant, sagt Schmid, für die lautsprachliche Kommunikation aber eher marginal. So zeige die Studie etwa keine direkte Kausalität, und nicht jede Sprache besitze aspirierte Konsonanten.

1 Nature 426, 502-504 (2009).

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~ von Panther Ray - Januar 4, 2010.

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