Man behält nur Bedeutungen.

René Magritte, La memoria

Eine große Rede läßt sich leicht auswendig lernen und noch leichter ein großes Gedicht. Wie schwer würde es nicht halten, eben so viel ohne allen Sinn verbundene Wörter, oder eine Rede in einer fremden Sprache zu memorieren. Also Sinn und Verstand kömmt dem Gedächtnis zu Hülfe. Sinn ist Ordnung und Ordnung ist doch am Ende Übereinstimmung mit unserer Natur. Wenn wir vernünftig sprechen, sprechen wir nur immer unser Wesen und unsere Natur. Um unserm Gedächtnisse etwas einzuverleiben suchen wir daher immer einen Sinn hineinzubringen oder eine andere Art von Ordnung. Daher Genera und Species bei Pflanzen und Tieren, Ähnlichkeiten bis auf den Reim hinaus. Eben dahin gehören auch unsere Hypothesen, wir müssen welche haben, weil wir sonst die Dinge nicht behalten können.

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Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher Heft J, N° 392

Eine Nachbemerkung zur Sprachlichkeit: Hätte der Mensch die Bedeutungen der Dinge ererbt wie die Tiere und nicht selber gemacht, müsste er sie nicht in seinem Gedächtnis aufbewahren; und müsste er sie nicht mit sprachlichen (mitteilbaren) Symbolen auszeichnen.

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~ von Panther Ray - Februar 13, 2009.

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